Geschichte des Hauses an der Oberstettener Straße 26
An der Ecke Oberstettener Straße und Neukreuth werden seit über 100 Jahren Gäste bewirtet – vom Gasthof zur Eisenbahn bis zur heutigen Pizzeria da Rocco. Die Lage war schon früh ideal: Seit 1869 fuhren die Züge durch Schrozberg, was Handwerker, Geschäftsleute und Häuslebauer anlockte.
Um die Jahrhundertwende eröffnete Johann Mack, Mitglied der bekannten Gastwirtsfamilie Mack aus Rot am See, das Gasthaus „Zur Eisenbahn“. Zusammen mit seiner Frau Lina Hütter betrieb er Gaststube, Metzgerei, Wurstküche und einige Fremdenzimmer. Während des Ersten Weltkriegs führte Lina das Geschäft alleine, da Johann Mack an der Front in Frankreich kämpfte.
Nach dem Tod von Johann Mack verkaufte Lina das Anwesen an Friedrich Bauer, dessen Sohn Friedrich Bauer Junior später als Eisenbahnwirt das Haus übernahm. Um 1950 ließ er große Teile des Hauses einreißen und neu aufbauen. In den folgenden Jahrzehnten beherbergte das Gebäude verschiedene Lebensmittelmärkte, darunter Vivo, Löwen, Edeka und Delta Markt.
1971 eröffnete Josef Bischof die „Hofbräuschenke“, ein beliebter Treffpunkt für Sportler, Billiardspieler und Musikfreunde. Später übernahm Branko Curcovic das Lokal, richtete es 1979 neu ein und führte eine deutsch-jugoslawische Küche ein. Bis zu 12 Fremdenzimmer standen den Gästen zur Verfügung, darunter bekannte Schauspieler, die Aufführungen in der nahegelegenen Stadthalle besuchten.

1988 wurde das Haus versteigert. Rocco Presta und seine Frau Euristica führten es als „Pizzeria da Rocco“ weiter. Nach Roccos Tod 2007 vermietete seine Tochter Francesca Presta das Restaurant an ihren Cousin Antonio Marino und seine Frau Filippa, die das Lokal seitdem erfolgreich betreiben – mittlerweile seit 18 Jahren.


